Dieses Portfolio-Projekt war ein ständiges Flipper-Arcade-Erlebnis zwischen alten Erfahrungen und neuen Realitäten. Die Prämisse klang simpel: Ein konsequent nutzerzentriertes Designer-Portfolio bauen, mit einem Member-Bereich als Herzstück, für die kontinuierliche Bereitstellung kuratierter Lehrvideos. Hoster und WordPress waren vorhanden, das Know-how für modernes Webdesign jedoch nicht. Meine Ausbildung zum Mediendesigner Ende des letzten Jahrtausends und mein letztes Web-Portfolio von vor über zwölf Jahren waren hierbei fast wertlos. Die Technologie und ihre Möglichkeiten hatten sich radikal gewandelt – nur eine gewisse Design-Ästhetik war geblieben.
Ästhetik auf dem Prüfstand
Visuell setzt das Konzept auf eine digital-analoge Konstruktion im Architekten-Blaupausen-Stil: Ein hellgrauer Hintergrund, dunkle Akzente und Weiß für die Highlights. Bei den Strukturen kombinierte ich körnige, dreckige Decals und organische Zen-Pinselstriche mit kühlen Tech-Elementen. Der UX-Fokus lag dabei auf einer massiven Nutzung von Negativ-Space, um jede visuelle Überladung im Keim zu ersticken. Doch der wirkliche methodische Meilenstein war die radikale Unterwerfung unter das Prinzip „Form follows Function“. Statt mich sofort in die visuelle Kosmetik zu stürzen, startete ich mit einem reinen Text-Layout als Proof of Concept. Die Informationsarchitektur musste erst schonungslos validiert werden, bevor auch nur ein Pixel geschubst wurde.
Das Datenmonster
Die wahre technische Bedrohung war jedoch das gigantische Datenvolumen. Wir reden hier von weit über 150 Stunden Videomaterial aus etlichen Projekten – das größte davon verschlang bereits mehr als 200 Videos. Die Gleichung war hart: Keinerlei Kosten durften an die Schüler weitergegeben werden, aber das Projekt durfte auch für mich als Betreiber keine ausufernden, dauerhaften Hosting-Kosten verursachen. Die Suche nach der passenden Software-Infrastruktur glich einem Minenfeld. Sie führte mich in dunkle Ecken voller unseriöser GPL-Angebote mit genullten Plugins, unkalkulierbarer Update-Risiken und schlichtweg hohler Werbeversprechen. Das Vehikel für diese Produktion musste zwingend flexibel, erweiterbar und vor allem korrigierbar bleiben. Diese Webseite wird einige Zeit überdauern müssen.
Scheitern vor dem Start
Ironischerweise gab es den ersten Totalausfall, bevor das Projekt überhaupt richtig begonnen hatte. Mein angestaubtes WordPress hatte etliche Update-Zyklen verpasst. Die Quittung kam prompt bei der Installation der CMS-Erweiterung: „Your PHP installation appears to be missing the MySQL extension…“. Die Datenbank war tot. Mein eigenständiger Versuch, die PHP-Version im Hoster-Panel von experimentell auf konfigurierbar herunterzustufen, endete in einer Katastrophe – HTTP ERROR 500. Der gefürchtete White Screen of Death. Ohne den Hoster-Support, der die Seite wiederbelebte, wäre hier Endstation gewesen.
Ich war quasi schon beim Schuheanziehen auf die Nase gefallen, noch bevor die eigentliche Odyssee losging. Doch ließ mich dieser Fail nur augenrollend grinsen und minderte meine Motivation null. Ich wusste, ich würde auf dieser Reise noch oft gegen Wände rennen – und ich war absolut bereit dazu. Darauf hatten mich meine Jahrzehnte in der 3D-Produktion bestens vorbereitet.